Derek Hess – Overrated And Weeded Out

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Derek Hess aus Cleveland / Ohio zeigt vom 09.02.08 bis zum 01.03.08 seine neuesten Arbeiten. Dieses ist nach 1999, 2001 und 2005 seine 4. Einzelausstellung bei Feinkunst Krüger.

Für Kunstinteressierte die den Weg von Hess verfolgen, dürfte es besonders spannend sein sich die neuesten Arbeiten anzusehen. Er wird neben seinen Zeichnungen, erstmals in Europa, auch seine Collagen zeigen. Aber nicht nur das künstlerische Medium hat sich bei ihm erweitert, auch seine Themen sind vielfältiger geworden und viele seiner Arbeiten haben mittlerweile einen politischen Bezug. Dieses bezieht sich sowohl auf die repressive Innenpolitik der USA als auch auf die Ereignisse in den islamischen Ländern und deren Folgen auf das Weltgeschehen. Hess setzt sich dabei kritisch mit allem auseinander was die Rechte der Menschen beschneidet und was religiöser Wahn anrichten kann.

Hess künstlerischer Weg begann in der Musikszene Clevelands und mittlerweile ist er in der Welt der Fine Art angelangt. Ein langer Weg für ihn, aber letztendlich logischer Schritt, denn seine Studien des menschlichen Körpers und sein außergewöhnliches zeichnerisches Können sind längst weit über die Grenzen der Rock Art bekannt und anerkannt. Mittlerweile hat er in beiden Bereichen Fans und Sammler gefunden und gerade die Fans aus dem Musikbereich verehren ihn als absolutes Idol. Sie sind auch mit dafür verantwortlich das diese Ausstellung zustande kam, denn Hess bekam immer wieder Anfragen wann er denn endlich einmal wieder in Deutschland ausstellt.

Hess ist neben Frank Kozik der wohl bekannteste Rock Art- Künstler unserer Zeit. Diese in Deutschland nicht sehr verbreitete Kunstrichtung entstand im Amerika der 60er Jahre, als aus profanen Konzertplakaten wahre Kunstwerke wurden. Die Spitze der damaligen Bewegung saß in San Francisco und gestaltete in grellen Farben und mit psychedelischen Motiven aufregende, völlig neue, ungewohnte Ankündigungen für Konzerte. In den 90ern lebte diese Tradition wieder auf und erlebte eine Renaissance. Hess war mittendrin und aufgrund seiner außergewöhnlichen künstlerischen Begabung schon bald ein Star der Szene.

Hess beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit dem Zeichnen des menschlichen Körpers und hat auf diesem Gebiet eine Perfektion erlangt, die auch Professoren an deutschen Kunsthochschulen dazu bewegte, seine Werke im Unterricht zu analysieren. Auch das Pariser Louvre, aber auch die Rock’n’Roll Hall of Fame in Cleveland, haben seit längerem mehrere von Hess‘ Werken in ihren Sammlungen. Er hat weltweit ausgestellt und Berichte über ihn sind in vielen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht worden.

Künstlerinfo

Derek Hess wurde 1964 in Cleveland geboren, sein Vater war Industriedesigner und unterrichtete am Cleveland Institute of Art. Die Kunst wurde ihm also schon „in die Wiege“ gelegt und in einem Haushalt, in dem sie eine große Rolle spielte, war es klar, daß auch Hess sich schon im frühesten Alter fürs Zeichnen interessierte. Immer schon waren es menschliche Formen und Körper, die ihn am meisten faszinierten. Viel an Inspiration gaben ihm in dieser Beziehung damals wie heute Gil Kane, ein amerikanischer Comic-Künstler und der deutsche Künstler Heinrich Kley.

Während der Highschool belegte Hess zusätzlich samstags Zeichenkurse im Cleveland Institute of Art (CIA). Nach der Highschool studierte Hess von 1983 – 1987 an der CIA Graphic Design. 1987 ging er dann nach Detroit, um sich dort am Center for Creative Studies bis 1989 hauptsächlich im Printmaking zu spezialisieren, 1989 gings dann nach Cleveland zurück. Dort spezialisierte er sich bis 1992 am CIA auf Lithografie. Zeitgleich ab 1990 fing Hess an, in einem Club in Cleveland namens Euclid Tavern Konzerte für Underground und Alternative Bands zu buchen.

Um diese Konzerte zu promoten, begann Hess Flyer für die Shows zu zeichnen und diese zu verteilen. Die nächste logische Konsequenz war es dann, Poster zu diesen Konzerten zu gestalten und herzustellen, womit er 1994 begann. Bei der Darstellung der figurativen Motive flossen seine jahrelange Erfahrung und das Studium des menschlichen Körpers, seiner Anatomie natürlich stark mit ein. Die Darstellung von Körpern in verschiedensten Formen ist bis heute Hess‘ Markenzeichen.

Das Zeichnen von Rockpostern und deren Herstellung im Siebdruckverfahren bestimmten von nun an Hess künstlerisches und berufliches Wirken. Es folgten Artikel in vielen Magazinen (u.a. Spin, Newsweek, etc.) und auch mehrere Artikel im Juxtapoz, „dem“ amerikanischen Underground Artmagazin ließ nicht auf sich warten. Hess hat bis heute ca. 300 Rockposter u.a. für Iggy Pop, Pink Floyd, Pearl Jam aufgelegt. Er zeichnete Plakate für die Eröffnung der Rock’n’Roll Hall of Fame, dem Museum, in dem sich nur die Größten der Rock’n’Roll-Szene wieder finden (und in deren Sammlung er mit vielen Drucken selbstver- ständlich auch vertreten ist).

Seit 1996 beschäftigt er sich neben den Rockpostern auch mit Fine Art Prints und legte bisher ca. 70 Drucke auf. Diese Richtung ist für Hess immer wichtiger geworden und nimmt mittlerweile den größten Teil seiner künstlerischen Arbeit ein. Alle Drucke von Hess werden im Siebdruckverfahren hergestellt und sind in limitierten, handsignierten Auflagen erhältlich. Ältere Drucke erzielen mittlerweile stolze Preise.

Mittlerweile haben die Drucke für Hess etwas an Bedeutung verloren und er legt immer seltener welche auf. Er hat sich jetzt ganz auf seine Zeichnungen spezialisiert, die er seit neuestem auch durch Collagen ergänzt. Hess ist jetzt voll und ganz im Bereich der Fine Art angekommen.

Schon im Jahre 1996 gab es eine Anfrage vom Museum of Advertising Design im Pariser Louvre und seitdem befindet sich eine Kollektion seiner Poster in diesem Museum. Auch in Kunsthochschulen auf der ganzen Welt sind Hess Arbeiten seit einiger Zeit fester Bestandteil des Unterrichts. An amerikanischen Universitäten hält er regelmäßig Vorträge.