Markku Laakso - Arctic Burning Sensation

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Der finnische Maler Markku Laakso ist vom 05. bis zum 26. September 2009 zum ersten Mal in Hamburg zu Gast und präsentiert seine neuesten Arbeiten. Zusammen mit Annika Dahlsten zeigt er am06. September zudem eine seiner seltenen Performances.Laaksos Geburtsort, die Populärkultur und die finnische Kunstgeschichte bilden das inspirierende Fundament für seine Malerei. Er schafft es mit seinen Arbeiten in die Vergangenheit als auch in das Hier und Jetzt zu verweisen und damit die traditionelle finnische Malerei einer Prüfung zu unterziehen. Die finnische Kultur hatte Ende des 19.Jh bis Anfang des 20.Jh eine nie da gewesene Hochblüte erreicht, wobei die Landschaft eine Schlüsselrolle einnahm. Die unberührte Natur schien am besten geeignet, die nationale Identität wiederzuspiegeln, was sich auch in der damaligen finnischen Malerei niederschlug. Auch bei Laakso nimmt die Abbildung der Landschaft eine Schlüsselrolle ein: sonnengefleckte Schneewehen, gewandt gebogene Pinien und der blaue Himmel mit sich aufblähenden Kumuluswolken können als romantische Hommage an die Tradition der Kunst gesehen, genauso gut aber auch als postmoderne Ironie interpretiert werden. Die Ironie ergibt sich daraus, dass die westliche Ikone ‚Elvis’ in allen Bildern auftaucht. In der Ausstellung Arctic Burning Sensation trifft Elvis auf läppische Jungen und Mädchen, singt am Lagerfeuer, wandert durch Birkenhaine, trifft Füchse im Wald oder fährt Ski.

Der Maler über sich selbst:Geboren und aufgewachsen bin ich in Enontekiö und Inari im finnischen Lappland; dementsprechend haben meine Arbeiten eine stark nordische Identität. In meiner Malerei repräsentieren mein Kindheitsidol Elvis und der traditionelle läppische Junge die unterschiedlichen Aspekte meiner Persönlichkeit: der Konflikt zwischen den beiden unterschiedlichen Kulturen und dem Verlangen zu beiden zugehören. Um es fachlich auszudrücken, verweisen meine Arbeiten auf die Malerei des so genannten Golden Age der nordischen Kunst im späten 19. Jahrhundert. Weiterhin suche ich nach Impulsen in der Pop Kultur, im sozialen Realismus, in der finnischen Sauna und der ursprünglichen Tradition.

Annika Dahlsten & Markku Laakso – Campfire in a Zoo

Performance

Im Zuge der Ausstellung “Burning Arctic Sensation” zeigen der finnische Künstler Markku Laakso und seine finnische Kollegin Annika Dahlsten eine ihrer seltenen Performances. Diese Performance ist vollkommen neu konzipiert und wird hier erstmals gezeigt. “Campfire in a Zoo” ist eine Geschichte über das Reisen, das Zirkusleben und eine Familienerbschaft.Markku’s Urgroßvater gehörte ethnisch zu der Bevölkerung der Samen im finnischen Lappland und wurde 1928 aufgefordert in einem hamburgischen Zirkus zu arbeiten. So zogen er und seine Familie, seine Hunde und Rentiere für ein halbes Jahr nach Hamburg. Mit anderen folkloristischen Menschen aus aller Welt zeigte er dort Touristen seine Show in einem Zoo.In dem Kunstprojekt Campfire in a Zoo versuchen Annika und Markku die große Reise des Urgroßvaters wieder zu erleben. Sie nähten sich selbst traditionelle Kostüme der Samen und kauften sich Tickets für Südafrika. Dieses Land ist für beide Künstler ebenso auf der anderen Seite der Welt, wie es Hamburg für Markku’s Urgroßvater 1920 gewesen sein muss. Die einigermaßen tragikkomische Unternehmung diente dem Versuch, den Nomaden in sich selbst zu finden und die Verrücktheit des ethinschen Zirkuses und Lebens in einem Zoo nachzuempfinden.Annika’s und Markku’s vorausgegangenes gemeinsames Projekt war eine Performance und eine Serie von Fotografien mit dem Titel Temptation of the North. In diesem Projekt wurde versucht die folkloristische Kultur der Samen mit der westlichen Ikone ‘Elvis’ zusammenstossen zu lassen.