Konstantin Sotnikov – KS steht nicht für Kelly Slater

Der aus Russland stammende Hamburger Künstler Konstantin Sotnikov zeigt vom 10. bis zum 31. Oktober 2009 in seiner ersten Galerie Einzelausstellung seine neuesten Arbeiten.

Sotnikovs Werke bestechen durch expressionistische Farbspiele, plastische Tiefe und Struktur. Seine Technik, die Leinwand nach jedem Versuch neu zu bemalen und Vorheriges durchscheinen zu lassen, erzeugt einen nahezu reliefartigen Eindruck der Oberfläche. So entstehen Arbeiten, die den Schaffensprozess des Malers aufzeigen und den Betrachter dennoch in Ungewissheit über den eigentlichen Untergrund belassen. Die Farbwahl seiner Bilder reicht von schreiend buntem Neongelb und –grün bis hin zu weichen Pastelltönen, eine Bandbreite gleich dem Rockkonzert bis zur Ballade, wie Sotnikov anmerkt. Doch gerade im Sommer überwiegt das Bunte in den Werken und lässt den sonnenhungrigen Surfer in ihm erahnen. Erst nach einigen Umwegen entschloss sich Sotnikov für eine Künstlerlaufbahn. So ist er nach seinem Germanistikstudium mit der Aussicht als Dolmetscher in Deutschland zu arbeiten nach Hessen gekommen. Dort unzufrieden ging er nach Hamburg um Kunstpädagogik zu studieren. Den Beruf des Künstlers, dem gerade in Russland noch der Ruf des brotlosen Erwerbs beihaftet, beginnt er erst 2004 nach dem abgebrochenen Kunstpädagogikstudium auszuüben. Seit dem studiert er an der HfbK in Hamburg bei Werner Büttner Malerei und wird dieses voraussichtlich nächstes Jahr abschließen.

Prof. Dr. Manfred Geier über die Arbeiten von Konstantin Sotnikov:Obwohl „K. S.“ nicht für Kelly Slater steht, sind dem Maler Konstantin Sotnikov und dem Surfer K.S. doch kraftvoller Ausdruck, rhythmische Energie und mediale Konzentration gemeinsam. Wie der Wellenreiter im Spiel mit den Kräften der Natur sein Können erprobt, so findet der Maler im Kampf mit Farben und Figuren zu seiner Form, in der sich Sinnlichkeit und geistige Vorstellungskraft verbinden. Für ihn ist die Leinwand eine menschengroße Fläche, auf der er sich mit seinen Empfindungen und Gedanken, Stimmungen und Ideen auseinandersetzt. Die Anregungen dazu sind vielfältig: ein existenziell bedeutsames Erlebnis, eine gehörte, gelesene oder erfahrene Geschichte, ein Wort mit seinem eigenwilligen wörtlichen Sinn, ein Satz, in dem sich eine imaginäre Welt aufschließt, oder eine philosophische Idee, die eine bedenkenswerte Ausdrucksgestalt evoziert. All das kann man auf Konstantin Sotnikovs Bildern sehen, ohne es wissen zu müssen; und kann ihm gedanklich folgen, ohne dabei sinnlichen Genuss aus den Augen zu verlieren.