Rudi Kargus - "Am liebsten hätte ich den Titel gemalt"

Am Samtag den 10. März ist die Galerie nur bis 17.00 Uhr geöffnet.

Der Hamburger Künstler Rudi Kargus zeigt vom 04. bis zum 24. März 2012 in seiner zweiten Ausstellung bei Feinkunst Krüger, seine neuesten Arbeiten. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Nähert man sich der Malerei von Rudi Kargus, nähert man sich immer auch dem Menschen Kargus und seinem Werdegang. Gewollt ist dieses von seiner Seite aus aber nur bedingt.

Die Kunst soll für sich selbst sprechen, ohne große Erklärungen, ohne große Worte. Sie soll hinterfragen, Dinge aufzeigen und nachhaltig berühren in einer immer schneller werdenden, von den Medien beherrschten Welt. Medien, die Ereignisse nur genau so lange benutzen, bis das nächste am Horizont  erscheint. Dann wird das alte Thema vergessen, egal wie dringlich es wäre weiterhin darüber zu berichten, tiefer zu gehen und es nachhaltig zu beleuchten. In Kargus Bildern bleiben, wenn auch oft verschlüsselt, die Informationen, bestehen. Sie bleiben sichtbar und sollen den Betrachter nachhaltig beschäftigen; mit dem was in der realen Welt passiert, bestenfalls aber auch mit sich selbst.

Ein wenig paradox erscheint es dann, das Kargus viele seiner Inspirationen aus Zeitungsbildern zieht, einem von ihm eher kritisch gesehen Medium. Aber dies ist nur eine von vielen weiteren Inspirations- quellen, wie z.Bsp. alten Jugendbildern und eigenen Fotos. All diese Vorlagen werden zu neuen Bildern collagiert und dann malerisch umgesetzt. Kargus Arbeiten sind meist großformatig, er arbeitet sowohl abstrakt als auch figürlich. Immer aber expressiv, oft wild und mit einem Wechselspiel aus kontrollierter und unkontrollierter Malerei versehen.

Hier landet man wieder beim Menschen Kargus, der in seiner Zeit, als er noch ein sehr erfolgreicher Fußballprofi war, immer beherrscht und kontrolliert sein musste. Disziplin und die ständige Beobachtung von Öffentlichkeit und Medien prägten ihn genauso wie das ständige Zusammenleben in der Gruppe, mit seltenen Möglichkeiten sich zurück zu ziehen und für sich allein zu sein. Als Mensch in der Gruppe, zum Teil abgeschottet von der realen Welt, konnte er immer nur beobachten was um ihn herum passierte.

Die 68er, Woodstock, der deutsche Herbst. All das wurde von außen, eher oberflächlich, wahrgenommen ohne wirklich beteiligt gewesen zu sein. Jetzt in seinem zweiten Leben als Maler fällt der große Druck ab und die ständige Beobachtung ist passe. Kargus steht komplett allein in seinem Atelier. Er genießt diese Momente, und ist dann ganz bei sich. Jetzt findet er die Zeit sich intensiver mit verpassten Erlebnissen zu beschäftigen, Dinge genauer zu betrachten und tiefer zu beleuchten um sie dann malerisch umzusetzen.

Kargus Bilder sind, trotz der immer wiederkehrenden grellen Farben, eher düster und dunkel. Sie sind aber nicht depressiv, eher melancholisch und romantisch und in all dem immer in der Moderne verhaftet. Die Personen die in seinen Bildern auftauchen sind oft allein, stehen verloren in verwüsteten Landschaften und machen einen hilflosen, suchenden Eindruck. Oft tragen sie Masken und verbergen sich vor dem Betrachter, oder kehren ihm den Rücken zu und lassen ihn mit seinen Gedanken allein.