Martin Meiser - "Bis hierhin ging's gut"

Der Hamburger Künstler Martin Meiser zeigt vom 05. bis zum 26. Mai 2012 in seiner ersten Einzelausstellung bei Feinkunst Krüger neue Arbeiten.

Zur Vernissage am Samstag, den 05. Mai 2012 ab 20.00 Uhr, laden wir herzlich ein.

Es kommt nicht darauf an wie oft man hinfällt, sondern wie oft man wieder aufsteht. (Rocky 3)

Aufstehen von ganz tief unten. Raus aus der Gosse. Hinfallen um zu siegen. Gleich morgens nach dem Erwachen kann sie über dich herein fallen; die Panik. Dämonen unter deinem Bett, kränkste Ängste, Abgründe und Ausgründe. Wie ein Lichtblitz schießt es dir in die Augen, die Gefahr lauert überall. Genickbruch durch Stolperfalle. Liegenbleiben scheint die relevanteste Antwort zu sein. Aber nein, todesmutig gilt es zu sein. Raus, die Peitsche fest in der Hand, den Abgrund vor Augen. Herauspreschen, herauspreschen! Um was zu tun? Um aufs Maul zu fliegen, um elegant wie ein Pelikan, der Landung entgegen zu wettern... ?!

Martin Meiser studierte von 2005 bis 2012, vorwiegend bei Werner Büttner, Freie Kunst und schloss mit  den höchsten Ehren einer Auszeichnung ab. Während des Studiums, unterbrochen von Auslandsaufent- halten in Tokio, London und Brüssel, widmete sich Meiser anfangs fast ausschließlich der Malerei. Erst gegen Ende seines Studiums fing er an seine Bilderwelten auch auf andere Medien zu übertragen. Zuerst waren es Skulpturen, dann raumgreifende Installationen, und später Videos die in den Kulissen seiner Installationen eingefügt sind.
Mittlerweile greift bei Meiser ein Medium in das andere und seine, zu komplett raumgreifenden Installationen ausufernden Ausstellungen, mit Ölbildern, Skulpturen, Videos und übermalten Videostils täuschen den Betrachter so sehr, das er nicht mehr weiß in welcher Realität er sich gerade befindet. Auch welches Medium welchem als Vorlage diente ist nicht mehr zu erkennen und zu differenzieren.
Meiser baut komplette Bildwelten des Alltäglichen auf und verwendet Filmstils als Vorlage zu Ölbildern, benutzt diese aber ebenso als Bild- und Ideenträger für seine Videos um dann alles nahtlos in die Installation einzufügen. Es entsteht ein großes Ganzes welche die Sinne täuscht und durch die Alltäglichkeit des dargestellten auch die letzten Grenzen zwischen Realität und Abbildung verschwinden lässt. So kann z. Bsp. ein beiläufig zusammengeschusterter Tisch Akteur eines Film werden, um danach als Einzelbild in übermalten Computermontagen zum heimlichen Star zu avancieren.

Ein Freund des Künstlers beschreibt Meisers Welt so: "Wir sitzen hier irgendwo am Ende der Welt, nachmittags um Fünf, im Eldorado-Imbiss. Mit Blick auf die Penner oder Italiener oder wer das ist: kaum zu erkennen im Schatten neben den Schuppen, hinter den Müllcontainern. Gucken die zu uns rüber? Sind die überhaupt echt? Schwer zu sagen, besser wir warten erstmal, bis das Wandbild aufgeht, bis Martin Meiser zurückkommt, den Pinsel zwischen den Zähnen. Um ein kleines Podest zu bauen und drauf zu steigen und mit dem Staubwedel als Zepter rumzufuchteln. Um noch eine Runde zu bestellen. Um ein bisschen Musik anzumachen. Denn dann fängt der Tag eigentlich doch gerade erst an: Die Dinge beginnen sich langsam zu bewegen, die Laternen schunkeln und machen alles wieder hell, und der Pinsel bewegt sich eigentlich ganz von alleine über die Mauern. Fügt dem Schimmligen das Schöne hinzu, dem Alltäglichen das Abenteuerliche. Dem Wahren das Warme." (Andreas Stichmann)