Jessica Halm - Atelier Emozioni

Vom 12. Januar bis zum 02. Februar 2013 zeigt Feinkunst Krüger neue Werke der Hamburger Künstlerin Jessica Halm. Dies ist bereits die dritte Zusammenarbeit von Halm und Feinkunst Krüger und auch diesmal liegt ihrer Malerei ein striktes Ausstellungskonzept zu Grunde.

In ihren neuen Werken wendet sie sich immer mehr einer eher abstrakten und vor allem expressiven  Malerei zu, aber auch die bisher vorherrschende Gegenständlichkeit bleibt ein wichtiges Element in ihren Arbeiten.

>> Bilder der Ausstellung

Zur Vernissage am Samstag, den 12. Januar 2013 ab 20.00 Uhr laden wir herzlich ein.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Textbeitrag von Ursula Panhans-Bühler.

Das Atelier als Ort einer Inkubationsphase von Kunst erfordert ein Warten ohne zu erwarten und eine Sinnsuche ohne zu denken.
Der Prozess des inneren Verarbeitens wandelt Material in eine neue noch unbekannte Form.
Die Dinge kommen ins Gären. Das verlangt nach einer Zeit, die unbeschleunigt bleibt.
Das Wandlungsmoment zur Manifestwerdung von Kunst ereignet sich autonom und unbemerkt,
stellt sich unwillkürlich und unmerklich ein.*

"..und plötzlich sitzt in meinem Atelier eine große Puppe und ich fange an mich mit ihr zu unterhalten."

Ausgangspunkt für Jessica Halms neuere Malerei ist eine überlebensgroße, aus Malerleinwand  zusammengenähte Puppe. Der Körper, die Gliedmaßen und auch ihre Farbe wurden immer wieder von Halm verändert, die verschiedenen Phasen hielt die Künstlerin fotografisch fest.
Die Puppe hat nicht nur in ihrer physisch wandelbaren Präsenz Einfluss auf die Malerei Halms genommen, sondern auch bei ihrer Schöpfung sind Malereien, Collagen und Objekte entstanden.
In ihrem fertigen Zustand sitzt die Puppe im blauen Freischwinger mitten im Zentrum auf einer riesigen Leinwand mit dem Titel "Never Ending Doll Painting", welches dem Titel entsprechend eventuell nie ein Ende findet und wieder weitere neue Werke Halms beeinflussen könnte.
So wie ein riesiger blauer Fuß der die Puppe auf ihrer Position ablöste.

Eins scheint für Halm klar zu sein, das Stück rohe unbemalte Leinwand - dort wo die Puppe Anfangs Platz nahm - wird immer bleiben. Auch wenn sich die Malerei Halms dann schon lange nicht mehr an die Form der Puppe erinnern kann.

*Kunstforum Bd. 208 "Das Atelier als Manifest", Paolo Bianchi, S.39