Marcel Petry – Bilder und Zeichnungen

Vom 13.03.04 bis zum 03.04.04 stellt Marcel Petry seine neuesten Arbeiten bei Feinkunst Krüger aus. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Portraits. Zu sehen sein werden aber auch Zeichnungen aus seinem früheren Repertoire.

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Den Verschiebungen in Marcel Petrys Portraits ist nichts expressives zu eigen. Es sind keine psychologischen Verzerrungen, die innere Verwirrungszustände nach Außen tragen, sondern klare Schnitte und exakte Hinzufügungen, die gerade durch den kühlen, fast sachlichen Habitus, mit dem sie durchgeführt sind, irritieren. Die Neugier über die fehlenden Teile zurrt dabei den ohnehin sehr vieldeutig angelegten Bildinhalt noch dichter zusammen.

Fast alle Personen sehen den Betrachter direkt an. Der Blick wird jedoch konsequent verweigert: Ein Mädchen wirkt vollkommen entrückt, bei einem anderen verhindert das unmittelbar über einem Auge angebrachte dritte Auge den Blickkontakt. Ihre Umgebungen, detailgetreu gemalte Wandoberflächen, Heimtextilien und Mobiliar, wecken diffuse Assoziationen zu eigenen und fremden Geschichten. Fast scheint es, als müsse man sich um das Schicksal der Protagonisten Sorgen machen. Wer jedoch im Bild die Antwort sucht, wird gnadenlos auf sich selbst zurückgeworfen.

Formale Präzision und allgemeine Narration kennzeichnen auch die Bleistiftzeichnungen Petrys. Diese erinnern an Comicstrips oder Malbuchvorlagen, wobei die erzählerische Bewegung hier durch die Wiederholung von Einzelbildmotiven und nicht durch die Abfolge von Szenen erzeugt wird. Dadurch werden Arbeitsweisen am Computer zitiert, ohne das dieser zum Einsatz kommt. Spannung kommt auch hier durch eigenwillige Konstruktionen, unglaubliche Geschichten und die ihm eigene formale Perfektion in der Umsetzung auf.

 

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