Heiko Müller, Till Gerhard und Henning Kles – Tag der Toten

Vom 22.11.03 bis zum 06.12.03 zeigen uns die drei Hamburger Künstler Heiko Müller, Till Gerhard und Henning Kles wie sie mit dem Thema Tod umgehen.

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Till Gerhard und Henning Kles hatten bereits eine Einzelausstellung bei Feinkunst Krüger; jetzt stößt mit Heiko Müller ein alter Bekannter der beiden hinzu, um sich gemeinsam mit ihnen eines Themas anzunehmen. Der gemeinsame Nenner der 3 ist der Tod, der sich in dieser Ausstellung auf den „Dia de la Muertes“ bezieht. Diese mexikanische Fest, welches alljährlich in der Nacht zu Allerseelen gefeiert wird, gedenkt den Toten in Form eines Festes.
In dieser Ausstellung soll dazu angeregt werden in ähnlicher Form über die einzige Gewissheit im Leben nachzudenken. Als Termin der Vernissage wurde, perfekt zu diesem Thema passend, die Nacht zum Totensonntag gewählt.

Fenster ins Totenreich - so werden Ikonen treffend genannt. Ihre Wurzeln liegen in der Frömmigkeit und Gottergebenheit des Volkes, daß sich ein Bild machen will von dem, was es jenseits der menschlichen Sterblichkeit wähnt und was für es  gottgegebene Kraft besitzt.
Heiko Müller ist weder außergewöhnlich fromm noch repräsentativ für das Volk. Heilig sind ihm aber seine ausgedehnten Exkursionen in sein selbst geschaffenes Ikonen-Universum. Dieses ist bevölkert mit einer handverlesenen Runde längst verblichener Prominenter.  Elvis ist selbstverständlich Religionsführer, Mutter Theresa trinkt gerne mal einen und mit Mao kann man eine Runde Tischtennis spielen. Für den Betrachter springen hierbei vielleicht keine Blicke in eine jenseitige Ewigkeit heraus, aber wenn eine fiktive Figur mit solch einer religiösen Inbrunst die absonderlichen Erscheinungen ihrer Welt dokumentiert, kann man schon mal ein Auge zudrücken.

Till Gerhard wird Bilder zeigen, die sich mit der Abbildung des Todes in verschiedensten kulturellen Zusammenhängen beschäftigt. Gerhards Leidenschaft für Totenköpfe und Knochenmänner hält schon seit Kindesbeinen an und über die Jahre hat er viel an Material gesammelt und archiviert. Totenköpfe werden einerseits als Piktogramm, als Warnung vor z.B. Starkstrom oder giftigen Chemikalien verwendet, andererseits dienen sie seit Jahrhunderten im religiösen Kontext als Symbol für die Endlichkeit, aber auch für die Wiedergeburt des Menschen. Man findet dieses Symbol aber auch als billiges Amüsement, wie z.B. auf Jahrmärkten und nimmt dem Symbol so seinen Schrecken. Till Gerhard zeigt hier Teile seiner zusammengetragenen Sammlung und in dieser wird der Tod zu einer grotesken, lustvollen oft aber auch komischen Angelegenheit.

Henning Kles schließlich beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit denen die erst nach dem Tod existieren, nämlich mit Geistern. „Alive and Kicking“ nennt er dieses Projekt.
Wenn sie nicht an Geister glauben liegen sie nach Kles Meinung völlig falsch, wahrscheinlich steht gerade einer hinter ihnen um sich gemeinsam mit ihnen diese Zeilen durchzulesen.
Die Toten sind unter uns - immer und überall. Sie stehen morgens mit uns auf, gehen mittags mit uns essen und schlafen nachts neben uns in unserem Bettchen. Das alles macht ja auch nichts, denn sie tun uns ja nichts. ABER: Sehen würden wir sie schon gerne einmal.
Dieses hat sich Kles zur Aufgabe gemacht und präsentiert uns in dieser Ausstellung einige seiner Geisterfotografien. Auf Fotopapier aus dem Jahre 1945 ist es Kles gelungen einige Geister sichtbar zu machen, und auf diesen wirken die Zombies menschlicher als human.
Mehr wird noch nicht verraten, deshalb gibt es hierzu auch kein Presse(Geister)bild.



Bilder der Ausstellung