Stefan Marx

„Todenhausen“ - Zeichnungen und Malerei

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Vom 04.10.08 bis zum 25.10.08 zeigt der Hamburger Künstler Stefan Marx in seiner zweiten Einzelausstellung bei Feinkunst Krüger seine neuesten Arbeiten. Zur Ausstellung wird in limitierter Auflage ein Zine erscheinen. Erstmals gemischt mit Fotos und Bildern des Künstlers.

Todenhausen ist der Ort in dem Stefan Marx aufgewachsen ist. Ein kleiner Ort im hessischen in dem nicht viel passiert. Übersetzt man den Ortsnamen ins Englische kommt so etwas wie ‚Death House’ (wobei House die Umgebung beschreiben soll) heraus. Besser aber ist es den Online Translator mit der Übersetzung zu beauftragen. Dieser übersetzt Todenhausen in ‚Live to Death’ und das ist wesentlich passender.

Es beschreibt genau Marx’ Einstellung zur Arbeit im Allgemeinen, als auch zu seinen Arbeiten selbst. Schnell leben und irgendwann ist es eben vorbei. Das hört sich im ersten Moment nach einer wilden Hatz durch das Leben an. Aber das ist es nicht. Es ist seine unendliche Energie und sein schier unerschöpflicher Output an kreativen Ideen, die ultraschnell aus ihm heraus zu quellen scheinen und erst dann versiegen, wenn es eben eines Tages vorbei ist. Ein Einfluss für ihn ist die Einstellung seines Vaters. Es geht dabei um die eigene Energie und Produktivität und daraus zu schöpfen, egal ob jemand danach gefragt hat.

Marx’ Arbeiten sind ein Crossover zwischen der ‚DIY (Do It Yourself) Culture’ des Punk und der ‚Fine Art’. Er ist fest in der Skateboard Szene etabliert, lässt sich aber auch von Graffitti und dem Clubleben der Technokultur inspirieren. Er hat sein eigenes T-Shirt-Label, er kreiert Entwürfe für Cover und Plakate, kopiert Zines und gestaltet seine eigenen Bücher, die er oft in Eigenregie, aber auch bei dem populärem Schweizer Verlag ‚Nieves’, veröffentlicht. In Hamburg (und in vielen anderen Städten) ist es schwer durch die Stadt zu gehen, ohne dabei einem Motiv von Marx zu begegnen.

Marx hat dabei seine ganz eigene Bildsprache entwickelt, die dabei von einem rauhen ungeschliffenen Charakter zeugt. Er arbeitet zum Teil in Serien ( „Die Leude“, „Universe“ oder dunklen Tanzszenen). Diese einzelnen Serien sind teils sehr starken, teils sehr zarten Veränderungen unterworfen. In den Tanzszenen, die an steinzeitliche Höhlenmalereien erinnern, sind die Menschen auf das Wesentliche reduziert. Das Urbane, das Archaische, die reine Freude an etwas Kleinem ist das dominierende Thema.

Ein weiterer Aspekt in diesen Zeichnungen und Malereien ist die nähere Beschäftigung mit der Clubkultur und deren Altersstrukturen. Die heutige Generation ist die erste, die auch mit über 40 in einen Club nicht peinlich auffällt. Wo hört die Jugend auf, wo fängt das Erwachsenwerden an? Das sind die Fragen die Marx (beobachtet) und beschäftigen. Sich selbst, der im nächsten Jahr 30 wird, bezieht er in all diese Fragen mit ein. Aber auch die Gegensätzlichkeit zwischen dem Leben auf dem Land und dem in der Stadt als auch der von ihm gewählte andere Lebensweg als Künstler sind Themen seiner Arbeiten.

In dieser Ausstellung bindet Marx den Raum selbst noch stärker mit ein und wird ihn durch Teilung und Bemalung abstrahieren.

Auch werden Zeichnungen und Malereien in Öl und Aquarell zu sehen sein.