Henning Kles – Morgens halb Zehn

Vom 10.06.00 bis zum 01.07.00 zeigt der Hamburger Künstler Henning Kles bei Feinkunst Krüger, was sonst nur morgens um halb zehn in Deutschland zu sehen ist.

>> Bilder der Ausstellung

Henning Kles befand sich im künstlerischen Tal der Ideenlosigkeit und suchte nach einem Ausweg. Helfen sollte ihm dabei eine höhere Macht: das Fernsehen.

Es entstand die Idee des TV-Tagebuchs. Jeden Tag sollte ein Bild entstehen, dessen Thema vom Medium selbst vorgegeben wurde. Zu diesem Zweck stellte Kles jeden Abend vor dem Schlafengehen den Timer seines Fernsehers auf die gewünschte Weckzeit ein und zappte dann mit geschlossenen Augen noch einmal wahllos durch die Kanäle, bevor der Fernseher dann ausgeschaltet wurde. So wurde er am nächsten Tag zu einer bestimmten Zeit von einem unbestimmten Programm und einer unbestimmten Sendung geweckt. Der Inhalt dieser zufällig gewählten Sendung war dann – wohl oder übel – das zu bearbeitende Thema für das Bild des jeweiligen Tages.

Entstanden sind so an 111 Tagen 111 kleinformatige Ölbilder, die inhaltlich ein breites Spektrum der Sendungen abdeckt, die vormittags im Kabelfernsehen ausgestrahlt werden: Nachrichten, Musikvideos, Serien, Regionalsendungen, Talkshows, Werbung...